Fischfang
Fischfang und Fischzucht wurden in großem Maßstab betrieben. Die wichtigsten Arten – Thunfisch, Sardelle und Sardine – fing man in großen Netzen oder Reusen. Einen Teil des Fangs hielt man in großen Becken frisch, der andere Teil wurde gleich in den Häfen verkauft oder lebend in Wasserbehältern zu Märkten im Hinterland gebracht. Das meiste wurde allerdings in großen Betrieben fabrikmäßig verarbeitet und durch Einsalzen haltbar gemacht. In Amphoren erreichte der Fisch auch die entfernten Regionen des Römischen Reiches.
Unverzichtbar für die römische Küche war das garum, eine Würzsoße zum Verfeinern von allen möglichen Speisen. Für ihre Herstellung wurden Fischstücke oder ganze kleine Fische mit Salz und Kräutern in Gefäßen geschichtet, wochenlang in die Sonne gestellt und ab und zu umgerührt. Nachdem sich der Fisch in seine einzelnen Bestandteile aufgelöst hatte, gab man die Brühe durch ein Korbsieb. Zurück blieb eine salzige Flüssigkeit, die im gesamten Römischen Reich sehr beliebt war.
Fernhandel übers Meer und auf den Flüssen
Der Fernhandel erfolgte zumeist auf dem Wasserweg, da dieser im Verhältnis zum Landtransport nur einen Bruchteil an Kosten verursachte. Ein Transport mit flachen Kähnen, mit denen man auch ohne Hafen an flachen Uferstellen anlanden konnte, war selbst auf kleineren Flüssen möglich.
Das Schnellboot der Römer: die „navis lusoria“
Der Mitte des 3. Jahrhunderts entwickelte Schiffstyp namens navis lusoria wurde für Patrouillenfahrten auf Grenzflüssen wie Rhein und Donau eingesetzt. Mit ihrem geringen Tiefgang konnten die etwa 20 Meter langen Militärschiffe auch seichte Gewässer befahren. Die Besatzung bestand aus etwa 30 Mann. Bewegt wurde das Boot durch Ruderkraft, aber bei günstigem Wind konnte man auch ein Segel setzen. Eine in Germersheim in der Pfalz nachgebaute navis lusoria konnte 2011 erfolgreich ihre Jungfernfahrt bestreiten und liegt heute am Altrhein bei Neupotz.