Taverne
In römischen Städten und Dörfern (vici) gab es viele Wirtshäuser oder kleine Imbiss-Stuben (tabernae), wo man warme Mahlzeiten kaufen konnte. Vorbild der des hier gezeigten Modells ist die Taverne des Capitolinus in Homburg-Schwarzenacker.
Mietshaus
Schon in römischen Städten lebten immer mehr Menschen aus Platzmangel in mehrstöckigen Mietshäusern (insulae). Sehen kann man solche Häuser in Ostia nahe Rom noch heute. Bauwerke haben sich hier mehrere Stockwerke hoch erhalten. In den Ladengeschäften im Erdgeschoss bieten ein Tuchhändler, ein Haushaltswarenverkäufer und ein Bäcker ihre Waren an. Im ersten Stock befinden sich Luxuswohnungen mit Wandmalereien, darüber kleinere Wohnungen und unter dem Dach einfache Verschläge für die ärmere Bevölkerung. Damals galt: Je weiter oben, desto günstiger.
Küchen gab es in der Regel nicht, höchstens kleine Herstellen. Das offene Feuer führte allerdings häufig zu Bränden. Essen kaufte man lieber in Garküchen, die für wenig Geld »Fast Food« oder etwas zum Mitnehmen anboten. Fließendes Wasser holte man aus Laufbrunnen von der Straße.
Auch besaßen die meisten Römer kein eigenes Bad. Öffentliche Badehäuser waren aber jedem für wenig Geld oder sogar kostenfrei zugänglich und wurden oft besucht. Für den Toilettengang gab es öffentliche Latrinen. Im Haus erleichterte man sich in entsprechende Behälter, die man in die Kanalisation entleerte.
Insgesamt war die Bauqualität der Wohnblöcke oft nicht besonders gut und es kam sogar vor, dass ein solches Mietshaus einstürzte.
Forum
Siedlungen besaßen in der Regel ein »forum«, einen großen Platz, der sich meist an der Kreuzung der beiden wichtigsten Straßen befand. Er bildete das Zentrum des sozialen Lebens und wurde mit wachsender Bedeutung der Orte monumental ausgebaut, zum Beispiel mit Bögen, Ehrenmalen oder Säulengängen (Portiken).
Römische Foren hatten viele Funktionen: Sie dienten als Marktplatz und Versammlungsort, hier wurde Gericht gehalten, an den Tempeln opferte man den Göttern und verehrte den Kaiser. In großen Städten wie Köln gab es auch öffentliche Bibliotheken, die oft auch als Archive dienten.
Ludus litterarius – Die »Grundschule«
Viele Römer konnten lesen, schreiben und rechnen, Schulen in unserem Sinne gab es allerdings nicht. Auch hierfür diente das Forum als Treffpunkt. Höhere Schuldbildung konnten sich nur wohlhabende Familien leisten. Die Kinder wurden dann zu Hause von einem Privatlehrer unterrichtet.
Tempel
In ihren Tempeln verehrten die Römer ihre Götter und brachten diesen blutige, aber auch unblutige Opfer dar. Die meisten Opfer wurden verbrannt in dem Glauben, dass die Götter sie durch den Rauch empfangen würden. Aber nur ein Teil der Opfertiere war für die Götter bestimmt. Der Rest wurde gegessen.
Opferzeremonien unterlagen strengen Regelungen, die, wenn man sie nicht eingehalten hatte, den gesamten Aufwand hinfällig machten. Beispielsweise sollten keine Tiere geopfert werden, die sich dagegen wehrten, getötet zu werden. Die Texte, die die Priester vortrugen, wurden außerdem stets abgelesen, damit sie keinen Fehler machten.
Gladiatorenspiele
Gladiatoren waren »Stars« der damaligen Zeit und traten zur Belustigung des Publikums oder um Geld und Ruhm zu erlangen in Arenen mit Waffen gegeneinander an – manchmal bis zum Tod. Der Besuch von Gladiatorenspielen war im ganzen Römischen Reich eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Auf die Kämpfe wurden Wetten abgeschlossen. Vorlage für das Modell ist ein Detail des Mosaikfußbodens aus der römischen Villa in Nennig.
Obst- und Gemüsehändler
Obst und Gemüse wurden von Landgütern außerhalb der Stadt, im Normalfall nachts, in die Stadt gebracht und entweder in Läden oder an Marktständen verkauft. Beliebte Obstsorten mit jeweils über 30 verschiedenen bekannten Kulturarten waren Feige, Apfel und Birne. Wichtige Gemüsesorten waren Kohl, Erbsen, Bohnen und verschiedene Wurzeln, wie Karotte, Knoblauch und Zwiebel. Unbekannt waren hingegen amerikanische Speisepflanzen, wie Tomate, Paprika und Kartoffel, oder tropische Früchte, wie Banane und Ananas.
Metzger
Dinge des täglichen Bedarfs, wie Brot, Obst, Gemüse und – bei der Ober- und Mittelschicht – Fleisch, konnte man beim Händler um die Ecke kaufen. Bei dem Großteil der römischen Bevölkerung stand Fleisch jedoch nur selten und nur zu besonderen Anlässen auf dem Speisezettel. Wichtigster Fleischlieferant war das Schwein, aber auch Rinder, Schafe und Ziegen sowie Wildtiere wurden gezüchtet und geschlachtet. Handwerksbetriebe im vicus, wie der Metzger, hatten häufig das Ladengeschäft im Erdgeschoss, während die Familie im Obergeschoss wohnte.