Transport und Reise

Lokale Produkte, die in der näheren Umgebung vermarktet wurden, dürften den größten Teil der Handelswaren ausgemacht haben. Vermutlich kümmerten sich die Villenbesitzer oder ihre Verwalter oftmals selbst um den Absatz der eigenen Waren. Da Frischware schnell und stetig zum Endverbraucher geliefert werden musste, hielten viele Orte mehrmals im Monat Märkte ab.

Fernhandelswaren wurden meist per Schiff transportiert. Dazu gehörten nicht nur Luxusgüter, sondern auch Lebensmittel wie Wein, Fischsoße, Oliven oder Getreide. Für den Überlandverkehr nutzte man offene Transportwagen.

 

Reisewagen

Mehrere Personen gemeinsam reisten in geschlossenen Reisewagen. Wer über genügend Geld verfügte, konnte sich einen einachsigen Wagen leisten. Als Statussymbol gab man sie den Verstorbenen gelegentlich sogar mit ins Grab. Als Vorlage für das Modell diente ein römischer Reisewagen aus Köln. Er verfügt über eine offene Kutscherbank und einen geschlossenen Aufbau für die Reisenden.

 

Meilensteine

In regelmäßigen Abständen waren entlang der Straßen sogenannte Meilen- oder Leugensteine aufgestellt. Darauf befanden sich Inschriften mit Entfernungsangaben zu den nächsten Siedlungen. Als „oberster Bauherr“ war in der Regel der Kaiser namentlich genannt.

 

Landwirtschaft mit vallus und Pflug

Neben den römischen Straßen erstreckten sich häufig Felder, auf denen Getreide angebaut wurde. Dinkel, Gerste, Einkorn und Emmer gehörten dabei zu den häufigsten Getreidesorten in unserer Region. Neben dem Pflug, der von Ochsen gezogen wurde, zeigt das Modell auch das Ernten des Getreides mit einem vallus, einer gallorömischen Erntemaschine, die nur in Gallien genutzt wurde. Der vallus ist sowohl schriftlich als auch durch mehrere Steinreliefs bezeugt.