Glasmacher Villa Borg

Das Modell ist dem Glasofen der Villa Borg mit Perlenofen nachempfunden und zeigt zusätzliche einen Fensterbauer sowie einen Verkaufsladen für Gefäßglas.

Ähnlich wie Keramik wurde auch Glas für unterschiedliche Zwecke an großen Produktionszentren hergestellt und die Waren über weite Strecken gehandelt. Fensterglas wurde in Massen produziert und findet sich in Form kleiner Scherben an fast allen Fundplätzen, wie den Römervillen der Region.

An Rohstoffen benötigte man Quarzsand und Kalk. Durch die Zugabe von Soda wurde der Schmelzpunkt abgesenkt, Metalloxyde sorgten für unterschiedliche Farben. Zum Schmelzen der Zutaten musste man den Ofen auf 1.050–1.100 Grad Celsius erhitzen; die Verarbeitung erfolgte ebenfalls bei diesen Temperaturen. Für die dafür benötigte Energie brauchte man große Mengen an Holz.

Eine bahnbrechende Erfindung war im 1. Jahrhundert vor Christus die Glasmacherpfeife. Mit ihr konnte man einen Tropfen der geschmolzenen Glasmasse zur gewünschten Größe aufblasen und mit Hilfe von Zangen, Formen und anderem Werkzeug die Form verändern.

Die neue Technik des Glasblasens machte eine große Formenvielfalt möglich. Im Laufe der Zeit entstanden immer raffiniertere Gefäße: Gläser mit Dellen oder Noppen, mit Rillen oder plastischem Dekor, geschliffen, gefärbt, bemalt oder mit Goldauflage.