Zusammenfassung

Im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. wurde auf dem Platz einer ehemaligen keltischen Siedlung ein Fachwerkgebäude errichtet, das um die Jahrhundertmitte durch einen großzügig geplanten Steinbau ersetzt wurde. Nach Ausweis der datierbaren Kleinfunde aus einer in manchen Teilen des Komplexes mächtigen Brandschicht wurde die Anlage während der Wirren der Germaneneinfälle in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts zerstört.

Die Villa wurde zumindest in Teilbereichen wieder aufgebaut, wobei manche Räumlichkeiten nun eine völlig andere Funktion - zum Beispiel als Werkstätten - erhielten.

Spätantike Münzen, Glas und Keramik belegen, dass die Villa bis in das letzte Viertel des 4. Jahrhunderts bewohnt war. Die Frage, ob die Anlage über diesen Zeitpunkt hinaus weiter genutzt wurde, lässt sich nach dem derzeitigen Stand der Ausgrabung nicht beantworten, zumal die Prägung von Bronzemünzen in der Zeit um 395 in den westlichen Provinzen fast völlig zum Erliegen kommt und die Chronologie der spätrömischen und frühmittelalterlichen Keramik für den Saar-Mosel-Raum erst unzureichend erarbeitet ist.

Der Fund einer fränkischen Scherbe und einer karolingischen Münze mögen eine Weiterbenutzung andeuten, sichere Schlüsse lassen sich bis dato nicht daraus ableiten. So wird - neben dem Prozess der Romanisierung - die Erforschung des Übergangs von der Spätantike zum frühen Mittelalter ein weiterer Schwerpunkt künftiger Untersuchungen sein.