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Wissenschaftliche Untersuchungen

Neben den eigentlichen Ausgrabungen wurden und werden weitere wissenschaftliche Untersuchungen und Projekte durchgeführt. Teilweise sind die Projekte mittlerweile erfolgreich abgeschlossen und auch publiziert (z. B. Romanisierung – ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft, siehe Literaturliste), andere Untersuchungen wie Dendrochrononlogie oder Botanik laufen weiter.

Weitere Projekte sind in Planung.

Geophysikalische Untersuchungen (DFG-Projekt)

Um schon vor der Ausgrabung ein genaueres Bild der zu erwartenden Befunde zu erhalten, stehen der modernen Archäologie mehrere Methoden zur Verfügung. Am bekanntesten ist wohl die Luftbildarchäologie, deren Ergebnisse jedoch bei bewaldetem Gelände erfahrungsgemäß wenig aussagefähig sind und günstigstenfalls nur grobe Strukturen erkennen lassen.

Romanisierung (DFG-Projekt)

Eine große Aufwertung erfuhr die Grabung 1994 durch ihre Aufnahme in das Schwerpunktprogramm "Kelten, Germanen, Römer im Mittelgebirgsraum zwischen Thüringen und Luxemburg" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), das die Erforschung des Romanisierungsprozesses zum Inhalt hatte. Im Rahmen dieses Programms untersuchte ein Wissenschaftler mit großem Erfolg den einschneidenden Kulturwechsel, den der Übergang von der spätkeltischen zur römischen Zeit mit sich brachte.

Botanik

Die archäobotanischen Untersuchungen von Pflanzenresten liefern Erkenntnisse über den antiken Landbau und die vegetabilen Nahrungsanteile.

Zoologie

Über die Analyse von Tierknochen war Dr. Christina Wustrow möglich, in der Villa Borg vorkommende Haus- und Wildtiere zu identifizieren. Neben Hausstieren wie Schwein, Rind, Pferd sowie Schaf/Ziege, die vermutlich als Nutztiere gehalten wurden, konnten auch Hunde und Katzen nachgewiesen werden. Unter den Wildtieren gab es neben den auch heute noch vorkommenden Arten wie Hasen, Wildschweine, Hirsche, Rehe auch Ur (Auerochsen) und Wölfe. Zusätzlich konnten Knochen von Vögeln und sogar Fischen nachgewiesen werden.

Dendrochronologie

Mit den Untersuchungen der Nebengebäude 1 und 2 gelang erstmals die Entnahme von Holzproben, die einer dendrochronologischen Untersuchung zugeführt werden konnten.

Glasofenexperiment

Die hier rekonstruierten römischen Glasöfen und die dazu gehörigen Projekte sind die ersten ihrer Art in Deutschland. Das Projekt beinhaltet neben der experimentalarchäologischen Rekonstruktion von zunächst einem Glasofen (GO Borg 1) auch einen Kühlofen (KO Borg 1) nach römischem Vorbild.

Literatur

Literatur zur Villa Borg