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Botanik

Die archäobotanischen Untersuchungen von Pflanzenresten liefern Erkenntnisse über den antiken Landbau und die vegetabilen Nahrungsanteile.

Der erste Schritt in diese Richtung wurde bereits 1992 getan, indem der Archäobotaniker Dr. Julian Wiethold eine größere Serie botanischer Proben entnahm. Da sich aufgrund der Bodenverhältnisse in Borg pflanzliche Überreste nur in verkohltem Zustand erhalten haben, eignen sich für die Entnahme von Bodenproben besonders die Umgebung von Herdstellen sowie Brandschichten und Grubenverfüllungen.

Die Erdproben werden erst in Wasser aufgelöst und dann über einen feinen Siebsatz abgegossen. Die auf den Sieben zurückbleibenden Getreidekörner, Hülsenfrüchte sowie Samen und Früchte von Wildpflanzen werden dann von Achäobotanikern unter einem Stereomikroskop untersucht und bestimmt. Das ist ein spezielles Mikroskop, bei dem für beide Augen ein getrennter Strahlengang vorhanden ist. Beide Augen sehen das Objekt aus einem etwas anderen Winkel, so dass ein räumlicher Bildeindruck entsteht. Mit dem Nachweis der Getreide Dinkel und Emmer (eine Weizenart, auch Zweikorn genannt) sowie von Saatweizen und Gerste kennen wir die wichtigsten Getreide, die vermutlich in der Umgebung angebaut wurden. Mit diesen Getreiden und den Hülsenfrüchten Erbse, Linse und Saubohne gelang - was Borg betrifft - ein erster diskreter Blick auf den antiken Speisezettel und die Flora in römischer Zeit.

Da die Untersuchungen fortgeführt werden, werden sich der Kenntnisstand und das Artenspektrum sicherlich noch erweitern.